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Camper technisch nachrüsten: Diese 6 Upgrades müssen nicht teuer sein

Camper technisch nachrüsten: Diese 6 Upgrades müssen nicht teuer sein

Neue Technik für Wohnwagen und Wohnmobile wird immer komfortabler. Klimaanlagen laufen mit Batteriespeichern, zentrale Displays steuern mehrere Geräte und mobile Systeme bereiten unterwegs Wasser auf. Das ist praktisch, kann aber schnell teuer werden.

Dabei muss nicht jedes Problem mit einer großen Komplettlösung beantwortet werden. Gerade ältere Wohnwagen und Wohnmobile lassen sich oft mit überschaubarem Aufwand sinnvoll verbessern. Sechs Beispiele zeigen, was möglich ist und worauf man beim Nachrüsten achten sollte.

1. Dachlüfter nachrüsten: Die vorhandene Dachhaube kann reichen

Viele Camper besitzen eine Dachhaube, aber keinen elektrischen Lüfter. Gerade im Sommer staut sich dadurch warme Luft unter dem Dach.

Eine Möglichkeit ist der komplette Austausch gegen eine Dachhaube mit integriertem Ventilator. Solche Systeme gibt es beispielsweise von Thule und anderen Herstellern.

Günstiger kann es sein, die vorhandene Dachhaube weiterzuverwenden. Fiamma bietet beispielsweise Lüfter und Nachrüstsätze für verschiedene Dachhauben an. Je nach Ausführung können sie Luft ins Fahrzeug hinein oder warme Luft nach außen befördern.

Vor dem Kauf sollte die vorhandene Dachhaube genau ausgemessen werden. Wichtig sind außerdem Stromversorgung, Luftleistung und Lautstärke. Wer die komplette Haube austauscht oder einen neuen Dachausschnitt herstellt, muss besonders auf eine fachgerechte Abdichtung achten.

2. Wasser aufbereiten: Nicht jeder braucht die große Lösung

Für autarkes Reisen gibt es inzwischen umfangreiche mobile Systeme zur Wasseraufbereitung. Ein Beispiel ist UV-aid+ von WM aquatec. Das System kombiniert Filterung mit UV-C-Technik und ist auch mit eigener Pumpe erhältlich.

Solche Lösungen kosten mehrere hundert Euro. Wer überwiegend Camping- und Stellplätze mit Trinkwasserversorgung nutzt, braucht möglicherweise deutlich weniger Technik.

Vor dem Kauf sollte deshalb geklärt werden, was überhaupt erreicht werden soll. Geht es um Schwebstoffe, Tankhygiene oder darum, Wasser aus externen Quellen aufzubereiten? Filterung und Desinfektion sind unterschiedliche Aufgaben. Entsprechend unterschiedlich können auch die Lösungen ausfallen.

3. Trenntoilette: Umbauen statt komplett ersetzen

Auch der Wechsel von einer klassischen Campingtoilette zu einer Trenntoilette muss nicht zwangsläufig einen großen Umbau bedeuten.

Für verschiedene vorhandene Toiletten gibt es inzwischen Umrüstsätze. Dometic bietet beispielsweise Kits für mehrere verbreitete Modelle an.

Das kann gerade bei älteren Wohnwagen und Wohnmobilen interessant sein. Bevor die komplette Toilette ausgebaut wird, lohnt sich deshalb die Prüfung, ob das vorhandene Modell umgerüstet werden kann.

Wichtig sind das genaue Toilettenmodell, die vorhandenen Platzverhältnisse, Entleerung und Belüftung.

4. Klimaanlage ohne Landstrom: Erst den Strombedarf betrachten

Auch Klimaanlagen lassen sich inzwischen zeitweise ohne Landstrom betreiben. Hersteller wie Dometic kombinieren dafür effiziente Dachklimaanlagen mit Batteriespeichern und entsprechender Lade- und Solartechnik.

Das funktioniert, benötigt aber vergleichsweise viel elektrische Energie.

Wer hauptsächlich verhindern möchte, dass sich der Camper tagsüber stark aufheizt, kann deshalb zunächst einfachere Maßnahmen betrachten. Verschattung, aktive Dachentlüftung und eine sinnvolle Luftführung können bereits helfen.

Ein Dachlüfter ersetzt allerdings keine Klimaanlage. Er kühlt die Luft nicht aktiv, sondern sorgt für Luftaustausch.

Soll eine Klimaanlage tatsächlich autark laufen, müssen Batterie, Wechselrichter, Solaranlage, Ladeleistung, Kabel und Absicherung zusammenpassen.

5. Smarte Steuerung: Es muss nicht alles zentral vernetzt sein

Moderne Wohnmobile und Wohnwagen werden zunehmend digital gesteuert. Systeme wie Truma iNet X können beispielsweise Heizung, Klimaanlage und weitere Fahrzeugtechnik zentral zusammenführen.

Das ist komfortabel, aber nicht für jeden älteren Camper notwendig.

Wer nur den Batteriestand überwachen, den Gasfüllstand kontrollieren oder einzelne Verbraucher schalten möchte, kann solche Funktionen auch separat nachrüsten.

Vor einem größeren Umbau sollte deshalb geprüft werden, welche Funktionen tatsächlich benötigt werden und welche vorhandenen Geräte überhaupt eingebunden werden können.

6. Alarmanlage nachrüsten: Ein altes Android-Smartphone kann reichen

Auch beim Thema Sicherheit muss eine Nachrüstung nicht zwangsläufig aus fest eingebauter Hardware und aufwendiger Verkabelung bestehen.

Ein Beispiel ist CampSecure. Die Android-App nutzt ein kompatibles Smartphone, das im Wohnwagen oder Wohnmobil verbleibt. Bewegung, Geräusche, Kamera und Standort des Smartphones können für die Überwachung genutzt werden. Bei einem Alarm erhält der Besitzer eine Nachricht mit Informationen zum Ereignis.

Zusätzlich kann ein täglicher Status mit Foto, Standort und Akkustand übermittelt werden. Interessant ist der Ansatz vor allem für Camper, die noch ein geeignetes Android-Smartphone besitzen und vorhandene Technik weiterverwenden möchten.

Wichtig sind eine zuverlässige Stromversorgung und Datenverbindung sowie eine geeignete Position des Smartphones im Fahrzeug.

Vor dem Neukauf prüfen, was bereits vorhanden ist

Neue Technik kann einen älteren Wohnwagen oder ein Wohnmobil deutlich komfortabler und sicherer machen. Dafür muss aber nicht automatisch alles ausgetauscht werden.

Eine vorhandene Dachhaube lässt sich möglicherweise mit einem Lüfter ergänzen. Eine Campingtoilette kann eventuell umgebaut werden. Einzelne Fahrzeugdaten lassen sich separat überwachen und ein ausrangiertes Smartphone kann eine neue Aufgabe als Überwachungssystem bekommen.

Gerade beim Nachrüsten lohnt es sich deshalb, zuerst das vorhandene Fahrzeug anzuschauen und anschließend gezielt die Technik zu ergänzen, die tatsächlich fehlt.

Bei Arbeiten an 12- und 230-Volt-Anlagen, Änderungen am Fahrzeugdach oder Eingriffen in Gas-, Wasser- und Bordtechnik sollte geklärt werden, was selbst durchgeführt werden kann und wo ein Fachbetrieb erforderlich ist.