Sicherheit

Wohnwagen trotz Zaun, Schranke und Radkralle gestohlen: Wie sicher steht dein Camper?

Wohnwagen trotz Zaun, Schranke und Radkralle gestohlen: Wie sicher steht dein Camper?

In Langenfeld-Richrath in Nordrhein-Westfalen ist Anfang September ein Wohnwagen gestohlen worden, obwohl er gleich mehrfach gesichert war. Der erst rund ein Jahr alte Fendt 495 stand auf einem umzäunten Firmengelände. Die Zufahrt war mit einer Schranke verschlossen, zusätzlich war am Wohnwagen eine Radkralle angebracht.

Am Morgen des 7. September 2026 war das Fahrzeug verschwunden.

Nach Angaben der Kreispolizeibehörde Mettmann hatten unbekannte Täter die Schranke demontiert und einen Teil des Zaunes beschädigt. Der Wohnwagen wurde anschließend zur internationalen Fahndung ausgeschrieben.

Der Fall zeigt, dass selbst mehrere mechanische Hindernisse einen Diebstahl nicht vollständig verhindern können. Für Besitzer von Wohnwagen ist das besonders relevant, wenn das Fahrzeug nicht zu Hause, sondern auf einem weiter entfernten Abstellplatz steht.

In Brandenburg entfernten Täter offenbar ein Zaunfeld

Nur wenige Tage später meldete die Polizei Brandenburg einen weiteren Wohnwagendiebstahl.

Mitarbeiter eines Caravan-Handels in Neustadt (Dosse) stellten am 15. September 2026 fest, dass ein dort abgestellter Knaus-Wohnwagen verschwunden war. Das Fahrzeug hatte sich seit dem 22. August auf dem Firmengelände befunden.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei entfernten unbekannte Täter offenbar ein Zaunfeld aus der Umfriedung. Anschließend wurde der Wohnwagen über das angrenzende Nachbargrundstück abtransportiert.

Die Polizei bezifferte den entstandenen Schaden auf rund 24.000 Euro und leitete eine Fahndung ein.

Die beiden Fälle haben unterschiedliche Tatabläufe. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass die Wohnwagen nicht ungesichert am Straßenrand standen. In beiden Fällen mussten zunächst vorhandene Hindernisse überwunden werden.

Auch abgestellte Wohnmobile werden angegriffen

Nicht nur Wohnwagen sind betroffen.

In Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz versuchten unbekannte Täter in der Nacht vom 18. auf den 19. September 2026, in ein an der Weierbacher Straße abgestelltes Wohnmobil einzubrechen.

Nach Angaben der Polizeidirektion Trier machten sich ein oder mehrere Täter an einer Tür des Fahrzeugs zu schaffen. In das Wohnmobil gelangten sie offenbar nicht. Die Polizei ermittelt und sucht Zeugen.

Für Besitzer bedeutet das: Das Risiko besteht nicht ausschließlich darin, dass das komplette Fahrzeug verschwindet. Bereits ein Einbruchsversuch kann Schäden an Türen, Fenstern oder Schlössern verursachen.

Aus diesen einzelnen Polizeimeldungen lässt sich allerdings kein bundesweiter Anstieg von Wohnwagen- oder Wohnmobildiebstählen ableiten. Sie zeigen vielmehr konkrete Situationen, in denen abgestellte Campingfahrzeuge trotz vorhandener Sicherungen Ziel von Straftaten wurden.

Polizei empfiehlt mechanische Sicherungen und Alarmanlagen

Die Polizeiliche Kriminalprävention empfiehlt Besitzern von Wohnwagen und Wohnmobilen mehrere Schutzmaßnahmen.

Wohnwagen und Wohnmobile sollten bei Abwesenheit konsequent verschlossen werden. Für Wohnwagen empfiehlt die Polizei ausdrücklich eine Deichselsicherung, um das unerlaubte Ankuppeln zu erschweren. Außerdem werden Alarmanlagen als zusätzliche Sicherungsmöglichkeit genannt.

Eine Radkralle kann eine weitere Hürde darstellen. Der Fall aus Langenfeld zeigt allerdings, dass auch eine solche Sicherung keinen absoluten Schutz bietet.

Sinnvoll ist deshalb, nicht nur auf eine einzelne Maßnahme zu setzen. Je mehr Zeit und Aufwand ein Täter benötigt, desto schwieriger wird der Zugriff auf das Fahrzeug.

Entfernung vom Abstellplatz wird zum zusätzlichen Problem

Viele Wohnwagen verbringen Wochen oder Monate auf einem Abstellplatz. Gerade in Städten befindet sich dieser häufig mehrere Kilometer vom Wohnort entfernt.

Für den Besitzer entsteht dadurch ein Problem, das eine Radkralle oder Deichselsicherung nicht lösen kann: Man sieht nicht, was am Fahrzeug passiert.

Ein beschädigter Zaun, Manipulationen an der Tür oder Bewegungen des Fahrzeugs können lange unbemerkt bleiben. Selbst bei einem gut gesicherten Stellplatz ist deshalb die Frage wichtig, wie regelmäßig das Gelände kontrolliert wird und ob ungewöhnliche Vorgänge überhaupt zeitnah auffallen.

Elektronische Überwachung kann hier eine zusätzliche Schutzebene sein. Sie verhindert einen Diebstahl nicht, kann aber helfen, Veränderungen am Fahrzeug früher zu erkennen.

Smartphone kann eine zusätzliche Überwachung übernehmen

Eine solche Überwachung muss nicht zwingend aus einer fest eingebauten Alarmanlage bestehen. Auch ein dauerhaft im Fahrzeug verbleibendes Smartphone kann Sensoren, Kamera und Mobilfunkverbindung nutzen.

CampSecure, die vom Herausgeber dieses Magazins entwickelte App, verfolgt dieses Prinzip. Ein Android-Smartphone im Wohnwagen, Wohnmobil oder Camper kann unter anderem auf Bewegungen reagieren und Informationen wie Foto, Standort und Gerätestatus übermitteln. Zusätzlich kann der Besitzer einen täglichen Status mit Foto, Standort und Akkuzustand erhalten.

Das ersetzt keine mechanische Sicherung. Eine Deichselsicherung, Radkralle oder ein geschützter Abstellplatz verhindern beziehungsweise erschweren den unmittelbaren Zugriff auf das Fahrzeug. Eine elektronische Überwachung hat eine andere Aufgabe: Sie soll dabei helfen, Veränderungen möglichst früh zu bemerken.

Mehrere Schutzebenen statt einer vermeintlich perfekten Sicherung

Die aktuellen Fälle aus Langenfeld und Brandenburg machen deutlich, wie weit Täter gehen können. In einem Fall waren Zaun, Schranke und Radkralle vorhanden. Im anderen wurde offenbar ein Teil der Grundstückseinfriedung entfernt.

Das bedeutet nicht, dass solche Sicherungen wirkungslos sind. Sie erhöhen den Aufwand für einen Diebstahl.

Wer seinen Wohnwagen, sein Wohnmobil oder seinen Camper längere Zeit abstellt, sollte deshalb den gesamten Abstellplatz betrachten: Kann das Fahrzeug schnell erreicht werden? Ist die Deichsel gesichert? Gibt es eine Radkralle oder andere mechanische Sperre? Wird das Gelände kontrolliert? Und würde der Besitzer zeitnah erfahren, wenn sich jemand am Fahrzeug zu schaffen macht?

Hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Mehrere voneinander unabhängige Sicherungen können es Tätern jedoch deutlich schwerer machen.