Camping endet längst nicht mehr automatisch im September. Immer mehr Urlauber nutzen ihren Wohnwagen oder ihr Wohnmobil auch im Oktober. Aktuelle Buchungsdaten des ADAC-Campingportals PiNCAMP zeigen, dass Herbstcamping weiterhin gefragt ist. Gleichzeitig bieten viele Campingplätze in der Nebensaison günstigere Übernachtungspreise.
Besonders interessant ist diese Entwicklung für Camper, die nicht auf die klassischen Sommerferien angewiesen sind. Weniger Betrieb auf den Plätzen, herbstliche Landschaften und niedrigere Preise machen die spätere Reisezeit attraktiv. Allerdings müssen sich Reisende auf kürzere Tage, kühlere Nächte und teilweise eingeschränkte Angebote einstellen.
Herbstcamping in Bayern besonders gefragt
Nach Angaben des ADAC verzeichnete PiNCAMP für September und Oktober 2026 in Bayern einen Anstieg der Buchungen um 76 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen beziehen sich auf Buchungen über das Campingportal und sind deshalb nicht mit der gesamten Campingnachfrage in Bayern gleichzusetzen.
Trotzdem zeigt die Entwicklung, dass die Zeit nach den Sommerferien für Campingplätze wirtschaftlich interessant bleibt. Besonders gut ausgestattete Anlagen mit beheizten Sanitärgebäuden, festen Stromanschlüssen und ganzjährig nutzbaren Einrichtungen können von einer längeren Saison profitieren.
Für Wohnwagenbesitzer bedeutet das, dass der Caravan nach dem Sommer nicht unbedingt sofort ins Winterquartier muss. Auch ein verlängertes Wochenende im Oktober kann sich lohnen.
Campingpreise sinken in der Nebensaison
Ein wichtiger Vorteil des Herbstcampings sind die häufig niedrigeren Übernachtungspreise.
Nach einer PiNCAMP-Auswertung vom September 2026 fallen die Campingpreise in mehreren europäischen Reiseländern gegenüber der Hauptsaison deutlich. Besonders groß ist der durchschnittliche Unterschied in Kroatien, wo die Preise in der Nebensaison um bis zu 53 Prozent niedriger liegen.
Auch an der deutschen Ostseeküste sind Einsparungen möglich. Je nach Region und Campingplatz können die Unterschiede erheblich ausfallen.
Allerdings gilt: Nicht jeder Platz reduziert seine Preise gleichermaßen. Einige Anlagen verlangen weiterhin feste Pauschalen, während andere mit speziellen Herbstangeboten arbeiten.
Wer flexibel reist, sollte deshalb die Gesamtkosten vergleichen. Neben der Übernachtung können Strom, Heizung, Kurtaxe oder zusätzliche Gebühren für bestimmte Einrichtungen anfallen.
Wohnwagen und Wohnmobile für kalte Nächte vorbereiten
Im Oktober können die Temperaturen nachts bereits deutlich sinken. Besonders in höheren Lagen und in den Alpen sind erste Frostnächte möglich.
Eine funktionierende Heizung ist deshalb wichtiger als im Sommer. Vor der Abfahrt sollten Camper die Heizungsanlage testen und die vorhandenen Energievorräte kontrollieren.
Bei Wohnwagen ist außerdem auf eine zuverlässige Stromversorgung zu achten. Wer elektrische Zusatzheizungen verwendet, sollte die zulässige Belastbarkeit des Campingplatzanschlusses berücksichtigen.
Auch die Wasserversorgung verdient Aufmerksamkeit. Bei Frost können ungeschützte Leitungen und außenliegende Anschlüsse beschädigt werden.
Wohnmobile mit beheizten Frisch- und Abwassertanks sind für niedrige Temperaturen häufig besser vorbereitet. Allerdings hängt die tatsächliche Frostsicherheit immer von der jeweiligen Fahrzeugausstattung ab.
Feuchtigkeit wird im Herbst zum Thema
Kalte Außenluft, Regen und beheizte Innenräume begünstigen Kondenswasser im Fahrzeug.
Besonders an Fenstern, in schlecht belüfteten Stauräumen und hinter Polstern kann sich Feuchtigkeit sammeln. Regelmäßiges Lüften und eine möglichst gleichmäßige Innentemperatur helfen dabei, Probleme zu vermeiden.
Nasse Kleidung sollte möglichst außerhalb des Wohnbereichs trocknen. Auch Matratzen und Polster benötigen ausreichend Luftzirkulation.
Vor allem ältere Wohnwagen können empfindlich auf dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit reagieren. Deshalb lohnt es sich, kritische Stellen regelmäßig zu kontrollieren.
Nicht jeder Campingplatz bleibt geöffnet
Trotz der steigenden Nachfrage schließen viele Campingplätze weiterhin im September oder Oktober.
Andere Anlagen verlängern ihre Saison oder bieten spezielle Winterstellplätze an. Teilweise stehen dann allerdings nicht mehr sämtliche Einrichtungen zur Verfügung.
Vor der Anreise sollten Camper deshalb prüfen, ob Sanitärgebäude, Frischwasserversorgung, Entsorgung und Stromanschlüsse tatsächlich verfügbar sind.
Gerade bei kleineren Plätzen kann sich ein kurzer Anruf lohnen. Die im Internet veröffentlichten Öffnungszeiten sind nicht immer identisch mit dem tatsächlichen Leistungsumfang in der Nebensaison.
Sicherheit bei längeren Herbstabenden
Im Herbst wird es früher dunkel. Wohnwagen und Wohnmobile stehen deshalb häufiger über längere Zeit unbeaufsichtigt auf dem Stellplatz, etwa während eines Restaurantbesuchs oder einer Wanderung.
Eine ausreichende Außenbeleuchtung, zuverlässig verschlossene Türen und Fenster sowie eine bewusste Aufbewahrung von Wertsachen gehören zur grundlegenden Vorsorge.
Auch technische Überwachungslösungen können sinnvoll sein. Dazu zählen beispielsweise Alarmanlagen, Bewegungssensoren oder Systeme, die bei ungewöhnlichen Ereignissen eine Nachricht an den Besitzer senden.
Entscheidend ist, dass solche Lösungen zum Fahrzeug und zur jeweiligen Nutzung passen.
Herbstcamping bleibt eine interessante Alternative
Die Buchungszahlen und Preisvergleiche zeigen, dass Camping im Herbst für viele Urlauber attraktiv ist. Besonders flexible Reisende können von günstigeren Angeboten und einer ruhigeren Atmosphäre profitieren.
Für Wohnwagen und Wohnmobile gilt allerdings gleichermaßen: Gute Vorbereitung ist wichtiger als im Hochsommer. Wer Heizung, Wasserversorgung, Feuchtigkeitsschutz und Öffnungszeiten berücksichtigt, kann auch im Oktober noch entspannte Campingtage erleben.
Der Herbst muss damit nicht das Ende der Campingsaison sein. Für gut vorbereitete Camper kann er sogar zu einer der angenehmsten Reisezeiten gehören.