Das kommende Wochenende vom 16. bis 18. Oktober 2026 könnte für Urlauber auf Deutschlands Autobahnen besonders verkehrsreich werden. Der ADAC rechnet mit erheblichen Behinderungen durch den Herbstferienverkehr. In elf Bundesländern sind gleichzeitig Schulferien. Hinzu kommt Reiseverkehr aus den Niederlanden, wo in zwei weiteren Regionen die Herbstferien beginnen.
Besonders betroffen sind die großen Nord-Süd-Verbindungen und die Autobahnen in Nordrhein-Westfalen. Wer mit Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs ist, sollte seine Reise deshalb sorgfältig planen.
ADAC erwartet eines der staureichsten Herbstwochenenden
Der ADAC hat am 12. Oktober seine Stauprognose für das kommende Wochenende veröffentlicht. Demnach müssen Autofahrer vor allem am Freitagnachmittag und am Samstag mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen rechnen.
Mehrere Faktoren treffen zusammen: In einigen Bundesländern beginnen die Herbstferien, während in anderen bereits die Rückreisewelle einsetzt.
Besonders in Nordrhein-Westfalen dürfte sich das bemerkbar machen. Dort beginnen die Herbstferien am Samstag, dem 17. Oktober. Viele Familien werden bereits am Freitagnachmittag in Richtung Nordsee, Niederlande, Süddeutschland oder Alpen aufbrechen.
Zusätzlich erschweren zahlreiche Baustellen den Verkehrsfluss. Der ADAC zählt bundesweit rund 1.120 Autobahnbaustellen.
Auch die Niederländer sind unterwegs
Ein wichtiger Faktor für den Reiseverkehr wird häufig übersehen: die Herbstferien in den Niederlanden.
Dort sind die Schulferien regional gestaffelt. Die Region Nord hat bereits seit dem 10. Oktober frei. In den Regionen Mitte und Süd beginnen die Ferien am 17. Oktober.
Die offiziellen Termine lauten:
| Niederländische Region | Herbstferien 2026 |
|---|---|
| Nord | 10. bis 18. Oktober |
| Mitte | 17. bis 25. Oktober |
| Süd | 17. bis 25. Oktober |
Damit treffen am kommenden Wochenende niederländische Rückreisende und neue Urlauber aufeinander.
Die Niederlande gehören zu den wichtigen Herkunftsländern für Campingurlauber in Deutschland. Viele Reisende sind mit Wohnwagen unterwegs. Beliebte Ziele sind unter anderem die Eifel, das Moseltal, der Schwarzwald und die Alpenregion.
Auch Urlauber auf dem Weg nach Österreich, Italien oder in die Schweiz nutzen deutsche Autobahnen.
Ein zusätzlicher Einfluss auf den Verkehr ist deshalb insbesondere auf den grenzüberschreitenden Strecken plausibel. Wie stark sich dieser tatsächlich auswirkt, lässt sich derzeit nicht beziffern.
Diese Autobahnen sollten Camper im Blick behalten
Besonders auf den großen Fernverkehrsverbindungen kann es zu Verzögerungen kommen.
A1: Köln – Dortmund – Bremen – Hamburg
Die A1 verbindet Nordrhein-Westfalen mit Norddeutschland. Neben dem Ferienverkehr können Baustellen und Engpässe für Verzögerungen sorgen.
A3: Niederlande – Oberhausen – Köln – Frankfurt – Nürnberg
Die A3 gehört zu den wichtigsten Verbindungen für Reisende aus den Niederlanden. Sie ist auch für Urlauber interessant, die mit Wohnwagen oder Wohnmobil Richtung Süddeutschland und Österreich fahren.
A5: Frankfurt – Karlsruhe – Basel
Auf der A5 treffen Fernverkehr, regionaler Verkehr und Reisende in Richtung Schweiz aufeinander.
A7: Hamburg – Hannover – Kassel – Würzburg – Füssen
Die A7 ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Deutschlands und wird auch von vielen Wohnwagen-Gespannen genutzt.
A8: Karlsruhe – Stuttgart – München – Salzburg
Die A8 ist besonders für Reisende in Richtung Österreich und Alpenraum relevant.
A61: Venlo – Mönchengladbach – Koblenz – Ludwigshafen
Auch die A61 ist für niederländische Campingurlauber eine wichtige Verbindung nach Südwestdeutschland.
Diese Strecken sind keine Garantie für Staus. Entscheidend sind die tatsächliche Verkehrslage, Baustellen und mögliche Unfälle.
Wohnwagenfahrer sollten besonders auf Baustellen achten
Für Wohnwagen-Gespanne können Autobahnbaustellen zusätzliche Schwierigkeiten verursachen.
Auf manchen Baustellen sind die linken Fahrstreifen so schmal, dass sie für breitere Fahrzeuge oder Gespanne nicht geeignet sind. Entsprechende Breitenbeschränkungen müssen unbedingt beachtet werden.
Wer mit einem größeren Wohnwagen unterwegs ist, sollte deshalb ausreichend Abstand halten und riskante Spurwechsel vermeiden.
Auch bei der Reisegeschwindigkeit gelten besondere Regeln.
Wohnwagen-Gespanne dürfen auf deutschen Autobahnen grundsätzlich höchstens 80 km/h fahren. Unter bestimmten Voraussetzungen ist mit einer entsprechenden Tempo-100-Zulassung eine Geschwindigkeit von 100 km/h erlaubt.
Gerade bei längeren Fahrten empfiehlt es sich, zusätzliche Zeit für Pausen und mögliche Verzögerungen einzuplanen.
Wohnmobile: Fahrzeuggröße bei der Routenplanung berücksichtigen
Auch Wohnmobilfahrer sollten vor der Abfahrt ihre Route überprüfen.
Bei größeren Fahrzeugen sind insbesondere Höhe, Breite und zulässige Gesamtmasse wichtig. Nicht jede Ausweichstrecke ist für ein großes Wohnmobil geeignet.
Ein Navigationsgerät, das ausschließlich für Pkw ausgelegt ist, berücksichtigt solche Einschränkungen möglicherweise nicht.
Wer mit einem Wohnmobil über 3,5 Tonnen unterwegs ist, muss außerdem die dafür geltenden Verkehrsregeln und Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten.
Ein Stau auf der Autobahn ist deshalb nicht automatisch ein guter Grund, auf kleinere Landstraßen auszuweichen.
Herbstwetter kann die Reise erschweren
Neben dem Ferienverkehr müssen Camper im Oktober auch mit wechselnden Wetterbedingungen rechnen.
Regen, Nebel und nasse Fahrbahnen können die Sicht verschlechtern und den Bremsweg verlängern.
Besonders bei Wohnwagen-Gespannen spielt außerdem Seitenwind eine Rolle. Starke Windböen können das Fahrverhalten beeinflussen.
Vor der Abfahrt sollten deshalb Reifendruck, Beleuchtung und Ladungssicherung kontrolliert werden.
Bei Wohnwagen ist außerdem auf die korrekte Stützlast zu achten. Schwere Gegenstände gehören möglichst tief und nahe an die Achse.
Wann ist die beste Abreisezeit?
Wer zeitlich flexibel ist, kann die besonders belasteten Reisezeiten möglichst umgehen.
Der Freitagnachmittag gilt wegen des zusätzlichen Berufsverkehrs als ungünstig. Auch am Samstagvormittag ist auf vielen Ferienrouten mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen.
Eine frühere oder spätere Abfahrt kann die Reise erleichtern. Entscheidend bleibt jedoch die aktuelle Verkehrslage.
Gerade bei längeren Fahrten mit Wohnwagen oder Wohnmobil ist es sinnvoll, die Ankunft nicht zu knapp zu planen.
Wer einen Campingplatz gebucht hat, sollte außerdem dessen Anreisezeiten beachten. Nicht jeder Platz erlaubt eine späte Ankunft.
Fazit: Deutsche und niederländische Herbstferien treffen zusammen
Das Wochenende vom 16. bis 18. Oktober 2026 bringt mehrere Reisewellen gleichzeitig auf die Autobahnen.
Neben dem Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen und weiteren deutschen Bundesländern starten auch die niederländischen Regionen Mitte und Süd in die Herbstferien. Gleichzeitig endet die Ferienzeit im Norden der Niederlande.
Für Wohnwagen- und Wohnmobilreisende bedeutet das vor allem auf den großen Fernverkehrsverbindungen ein erhöhtes Risiko für Verzögerungen.
Wer Baustellen berücksichtigt, die Verkehrslage vor der Abfahrt prüft und ausreichend Reisezeit einplant, kann entspannter in den Herbsturlaub starten.