46.235 Besucher, mehr Aussteller und ein wachsendes Interesse am individuellen Camping: Der Caravan Salon Austria 2026 ist am 18. Oktober in Wels zu Ende gegangen. Neben neuen Wohnwagen, Wohnmobilen und Campervans rückten auch Selbstausbau, technische Nachrüstung und individuelle Fahrzeugkonzepte in den Mittelpunkt. Besonders interessant: Nicht nur neue Fahrzeuge werden ausgebaut. Auch ältere Wohnwagen und Wohnmobile lassen sich mit moderner Technik und zeitgemäßer Einrichtung weiter nutzen.
Vom 14. bis 18. Oktober präsentierten zahlreiche Hersteller und Anbieter ihre Produkte auf dem Messegelände in Wels. Nach Angaben des Veranstalters kamen insgesamt 46.235 Besucher. Die Zahl der Aussteller lag mehr als 20 Prozent über dem Vorjahresniveau. Insgesamt waren 55 Fahrzeugmarken vertreten.
Caravaning bleibt gefragt
Die Besucherzahlen zeigen, dass das Interesse am mobilen Reisen weiterhin groß ist. Dabei ist das Angebot längst nicht mehr auf klassische Wohnmobile und Wohnwagen beschränkt.
Kompakte Campervans, individuell ausgebaute Transporter und Fahrzeuge für längere autarke Reisen erweitern die Auswahl.
Für viele Interessenten spielen neben dem Kaufpreis auch die laufenden Kosten eine Rolle. Verbrauch, Wartung, Stellplatzgebühren und die technische Ausstattung beeinflussen die Entscheidung.
Gerade bei Wohnwagen kann ein vorhandenes Zugfahrzeug die Anschaffung erleichtern. Wohnmobile bieten dagegen mehr Unabhängigkeit vom Zugfahrzeug, sind aber häufig mit höheren Anschaffungs- und Unterhaltskosten verbunden.
Halle 22: Selbstausbau und individuelle Campingkonzepte
Ein besonderer Schwerpunkt der diesjährigen Messe war der Bereich adVANture in Halle 22.
Hier standen individuelle Fahrzeugausbauten, Offroad-Camping und technische Lösungen für das mobile Reisen im Mittelpunkt – mehr dazu auch auf der Seite zu adVANture in Halle 22.
Dazu gehörten unter anderem modulare Einrichtungssysteme, elektrische Installationen und Möglichkeiten zur autarken Energieversorgung.
Auch Vorträge und praktische Informationen zum Selbstausbau gehörten zum Programm. Ähnliche Trends zeigte zuletzt auch die caravan live Freiburg mit Fokus auf Selbstausbau.
Die Entwicklung zeigt, dass Campingfahrzeuge zunehmend nach persönlichen Vorstellungen gestaltet werden.
Dabei geht es nicht nur darum, einen Transporter erstmals zum Camper umzubauen. Auch vorhandene Fahrzeuge bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Modernisierung.
Alte Wohnwagen bekommen ein zweites Leben
Viele ältere Wohnwagen und Wohnmobile sind technisch noch nutzbar, entsprechen bei Einrichtung und Ausstattung aber nicht mehr dem heutigen Geschmack.
Dunkle Holzverkleidungen, schwere Polster, kleine Küchen und traditionelle Grundrisse prägen zahlreiche Modelle aus den vergangenen Jahrzehnten.
Gerade jüngere Campinginteressenten bevorzugen häufig hellere Innenräume, flexible Möbel und eine moderne technische Ausstattung.
Statt ein neues Fahrzeug zu kaufen, kann deshalb auch die Modernisierung eines gebrauchten Wohnwagens interessant sein.
Neue Polster, leichtere Möbel, LED-Beleuchtung oder eine modernisierte Küche können den Innenraum deutlich verändern.
Auch die Bordelektrik lässt sich häufig an heutige Anforderungen anpassen. Dazu gehören USB-Anschlüsse, Solaranlagen, Lithium-Batterien und moderne Überwachungstechnik.
Aus einem älteren Wohnwagen kann so ein individuell gestaltetes Campingfahrzeug entstehen, ohne dass sämtliche vorhandenen Komponenten ersetzt werden müssen.
Allerdings sollten Umbauten sorgfältig geplant werden. Besonders das zulässige Gesamtgewicht, die Stützlast und die elektrische Sicherheit müssen berücksichtigt werden.
Bei älteren Fahrzeugen ist außerdem eine Prüfung auf Feuchtigkeit und strukturelle Schäden sinnvoll, bevor größere Investitionen in den Innenausbau erfolgen.
Moderne Technik muss nicht teuer sein
Ein weiterer Vorteil älterer Campingfahrzeuge ist die Möglichkeit, technische Komponenten schrittweise nachzurüsten.
Nicht jede Verbesserung erfordert eine vollständig neue Bordelektronik. Praktische Ideen dazu finden sich auch in unserem Überblick zu technischen Nachrüstungen für Camper.
Beispielsweise lassen sich Beleuchtung, Energieüberwachung oder Sicherheitsfunktionen häufig mit vergleichsweise überschaubarem Aufwand ergänzen.
Auch vorhandene Smartphones können eine neue Aufgabe übernehmen.
Hinweis: CampSecure™ ist ein Produkt des Betreibers dieses Magazins. Ein Beispiel dafür ist die Kölner Android-App CampSecure™, die ein älteres Smartphone als Alarmanlage für Wohnwagen und Wohnmobile nutzt. Kamera, Bewegungs- und Geräuscherkennung sowie GPS ermöglichen eine Überwachung des Fahrzeugs. Die Anwendung setzt außerdem auf frühzeitige Abschreckung durch Sprachwarnungen und Alarmtöne. Mehr dazu im Beitrag Alarmanlage für Wohnwagen und Wohnmobile.
Solche Lösungen zeigen, wie vorhandene Elektronik weiterverwendet werden kann, anstatt für jede Funktion neue Hardware anzuschaffen.
Nachhaltigkeit durch Modernisierung
Die Weiterverwendung älterer Campingfahrzeuge kann auch unter Nachhaltigkeitsaspekten interessant sein.
Bei der Herstellung neuer Wohnwagen und Wohnmobile werden erhebliche Mengen an Materialien und Energie benötigt.
Wer ein vorhandenes Fahrzeug weiter nutzt und gezielt modernisiert, kann dessen Lebensdauer verlängern.
Allerdings ist nicht jeder Umbau automatisch umweltfreundlicher. Entscheidend sind unter anderem der Zustand des Fahrzeugs, die verwendeten Materialien und der Umfang der notwendigen Arbeiten.
Besonders sinnvoll sind häufig Reparaturen und Nachrüstungen, die funktionierende Bauteile erhalten.
Das gilt auch für die technische Ausstattung. Vorhandene Geräte weiterzuverwenden, kann Ressourcen sparen und die Kosten begrenzen.
Wohnwagen und Wohnmobile werden individueller
Die Entwicklung hin zu individuell gestalteten Campingfahrzeugen hat mehrere Gründe.
Neben dem Wunsch nach einem persönlichen Wohnstil spielt auch die Flexibilität eine Rolle.
Ein Fahrzeug für Wochenendausflüge stellt andere Anforderungen als ein Wohnwagen, der mehrere Monate auf einem Campingplatz genutzt wird.
Familien benötigen andere Grundrisse als Paare oder Alleinreisende.
Auch die Möglichkeit, unterwegs zu arbeiten, beeinflusst die Einrichtung.
Modulare Möbel, zusätzliche Stromanschlüsse und flexible Schlaf- und Arbeitsbereiche können deshalb interessant sein.
Gleichzeitig bleibt der klassische Wohnwagen für viele Camper eine attraktive Alternative zum Wohnmobil.
Er bietet die Möglichkeit, das Zugfahrzeug am Urlaubsort unabhängig zu nutzen, während der Wohnwagen auf dem Campingplatz stehen bleibt.
Fazit: Nicht immer muss es ein neues Fahrzeug sein
Der Caravan Salon Austria 2026 zeigte die Vielfalt des heutigen Caravaning-Marktes.
Neben neuen Fahrzeugmodellen gewinnen individuelle Ausbauten und technische Lösungen an Bedeutung.
Die Messe bot mit dem Bereich adVANture auch eine Plattform für Menschen, die Campingfahrzeuge nach eigenen Vorstellungen gestalten möchten.
Dabei lohnt sich der Blick nicht nur auf neue Transporter und Campervans.
Auch ältere Wohnwagen und Wohnmobile können durch gezielte Modernisierung eine zeitgemäße Ausstattung erhalten und noch viele Jahre genutzt werden.
Für Campinginteressenten kann das eine Alternative zum Neukauf sein.
Redaktioneller Hinweis: Besucherzahlen und Messeangaben beruhen auf der offiziellen Abschlussmeldung. Aussagen zu Einrichtungstrends und Nachhaltigkeit sind redaktionelle Einordnungen und keine statistisch belegten Messeergebnisse.