Ein Wohnwagen, der beim Fahren selbst mit antreibt und gleichzeitig als mobile Energiezentrale dient? Was zunächst ungewöhnlich klingt, könnte die Zukunft des Caravanings verändern. Gleichzeitig präsentiert die Campingbranche neue Fahrzeuge und Konzepte für unterschiedliche Ansprüche. Vier interessante Entwicklungen im Überblick.
Evotrex PG5: Wenn der Wohnwagen selbst mit antreibt
Der amerikanische Hersteller Evotrex verfolgt mit dem PG5 ein ungewöhnliches Konzept. Der Wohnwagen besitzt einen eigenen elektrischen Antrieb, der das Zugfahrzeug während der Fahrt unterstützen soll. Besonders für Elektroautos könnte das interessant werden, denn schwere Anhänger reduzieren deren Reichweite teilweise erheblich.
Das Herzstück des PG5 ist eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie mit 43 kWh Kapazität. Dazu kommen Solarmodule mit einer Leistung von bis zu 1.500 Watt und ein integrierter Benzingenerator. Dieser kann bei Bedarf zusätzliche elektrische Energie bereitstellen.
Auf dem Campingplatz wird der Wohnwagen damit zur mobilen Energiezentrale. Klimaanlage, Kühlschrank, Beleuchtung und weitere Verbraucher lassen sich über die Batterie betreiben. Bei ausreichender Energieversorgung soll sogar das Laden eines Elektroautos möglich sein.
Besonders spannend ist der elektrische Achsantrieb. Anders als bei einem herkömmlichen Wohnwagen muss das Zugfahrzeug nicht sämtliche Antriebsarbeit allein übernehmen. Der PG5 kann einen Teil der benötigten Zugkraft selbst erzeugen. Beim Bremsen soll außerdem Energie zurückgewonnen werden.
Ist das die Zukunft des Wohnwagens?
Das Konzept könnte tatsächlich eine neue Fahrzeugklasse einleiten. Bislang konzentriert sich die Elektrifizierung beim Camping hauptsächlich auf das Zugfahrzeug oder die Stromversorgung im Wohnwagen. Evotrex verbindet beide Bereiche miteinander.
Gerade für Elektroautos wäre ein elektrisch unterstützter Anhänger interessant. Gleichzeitig könnten große Batteriespeicher das autarke Camping deutlich komfortabler machen.
Allerdings hat die Technik ihren Preis. Mit einem angekündigten Einstiegspreis von rund 120.000 US-Dollar und einem zulässigen Gesamtgewicht von deutlich über vier Tonnen ist der PG5 weder günstig noch besonders leicht.
Hinzu kommt, dass der integrierte Generator weiterhin Benzin benötigt. Der Wohnwagen ist deshalb nicht vollständig emissionsfrei.
Ob sich das Konzept langfristig durchsetzt, hängt vor allem von Gewicht, Kosten, Zuverlässigkeit und dem tatsächlichen Energieverbrauch ab. Denkbar wäre aber, dass einzelne Technologien später auch in deutlich günstigeren Wohnwagen eingesetzt werden.
Noch handelt es sich um ein angekündigtes Fahrzeugkonzept und nicht um einen breit verfügbaren Serienwohnwagen. Die Produktion wird nach bisherigen Herstellerangaben für 2027 erwartet.
Wer schon heute auf zuverlässige Stromversorgung und Technik im Caravan setzt, findet praxisnahe Einstiege unter Strom & SIM fürs Alarm-Handy sowie zur Alarmanlage Wohnwagen – unabhängig davon, wie elektrisch der eigene Anhänger ist.
Caravan Salon Austria: Campingmesse in Wels
Vom 14. bis 18. Oktober 2026 findet im österreichischen Wels der Caravan Salon Austria statt.
Die Messe präsentiert Wohnwagen, Wohnmobile, Campervans und Campingzubehör. Neben aktuellen Fahrzeugmodellen stehen auch technische Entwicklungen, Selbstausbau und autarkes Reisen im Mittelpunkt.
Besonders interessant sind Lösungen für die Energieversorgung und neue digitale Funktionen im Campingfahrzeug. Passend dazu: Unser Magazin-Beitrag zum Herbstcamping 2026 mit Nachfrage, Preisen und Vorbereitungstipps für die Nebensaison.
Fendt Apero Activ 465 GE: Kompakter Wohnwagen für Paare
Mit dem Apero Activ 465 GE bietet Fendt einen Wohnwagen an, der besonders auf die Bedürfnisse von zwei Reisenden zugeschnitten ist.
Der rund sieben Meter lange Caravan verfügt über Einzelbetten, eine moderne Innenausstattung und einen Kompressorkühlschrank. Auch eine Combi-Heizung gehört zur Ausstattung der Activ-Version.
Ein Anfang Oktober veröffentlichter Fachtest beschäftigt sich mit dem neuen Grundriss und dessen Alltagstauglichkeit.
Der Apero Activ zeigt, dass klassische Wohnwagen weiterhin gefragt sind. Nicht jeder Camper benötigt einen großen Luxuscaravan oder aufwendige elektrische Antriebstechnik.
Niewiadow N-126 N Sport: Kleine Wohnwagen bleiben interessant
Einen ganz anderen Ansatz verfolgt der Niewiadow N-126 N Sport.
Der kompakte Wohnwagen besitzt einen isolierten GFK-Aufbau und eine flexible Inneneinrichtung. Sitzgruppen lassen sich zu Schlafplätzen umbauen. Insgesamt sind bis zu drei Schlafplätze möglich.
Das Konzept richtet sich an Camper, die ein möglichst überschaubares Gespann bevorzugen und auf unnötige Fahrzeuggröße verzichten möchten.
Gerade im Vergleich zu schweren, technisch aufwendigen Wohnwagen zeigt sich hier eine zweite Entwicklung: Einfachheit, geringeres Gewicht und kompakte Abmessungen bleiben wichtige Kaufargumente.
Auch bei kleineren Gespanne bleibt Sicherheit ein Thema – etwa beim Parken oder längeren Standzeiten. Übersicht und Einstieg: Alarmanlage Wohnmobil und Alarmanlage Wohnwagen von CampSecure™.
Fazit: Zwei unterschiedliche Wege in die Zukunft
Während Hersteller wie Evotrex mit elektrischen Antrieben, großen Batteriespeichern und intelligenter Energieversorgung experimentieren, setzen andere weiterhin auf kompakte und vergleichsweise einfache Wohnwagen.
Welche Entwicklung sich langfristig durchsetzt, ist offen. Wahrscheinlich werden beide Konzepte ihre Käufer finden.
Fest steht: Die technische Entwicklung macht auch vor dem klassischen Wohnwagen nicht halt.