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230-V-Kühlschrank im Wohnwagen: Darf man das überhaupt?

230-V-Kühlschrank im Wohnwagen: Darf man das überhaupt?

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Ein ganz normaler Haushaltskühlschrank im Wohnwagen? Was zunächst nach einer ungewöhnlichen Lösung klingt, funktioniert bei mir seit rund zwei Jahren problemlos. Mein Kühlschrank läuft mit 230 Volt, fasst etwa 90 Liter und benötigt während des Kompressorbetriebs ungefähr 42 Watt.

Grundsätzlich spricht nichts dafür, dass ein Haushaltskühlschrank im Wohnwagen pauschal verboten wäre. Für die elektrische Anlage eines Caravans gelten allerdings besondere Anforderungen. Die DIN VDE 0100-721 behandelt ausdrücklich elektrische Anlagen in Caravans und Motorcaravans. Für 12-Volt-Gleichspannungsanlagen in Caravans gilt außerdem die DIN EN 1648-1. Beide Normen werden von DIN Media derzeit als aktuell geführt.

Die eigentliche Frage lautet deshalb weniger, ob auf dem Kühlschrank „Camping“ steht. Viel wichtiger sind ein geeigneter Einbau und eine Stromversorgung, die zum Wohnwagen und zu den verwendeten Geräten passt.

Warum bei mir ein normaler 230-V-Kühlschrank eingebaut ist

Ich wollte möglichst viel nutzbaren Kühlraum. Deshalb habe ich mich für einen etwa 90 Liter großen OK.-Haushaltskühlschrank ohne Gefrierfach entschieden.

Das fehlende Eisfach schafft deutlich mehr Platz für Lebensmittel. Die Temperatur wird ganz normal über den eingebauten Regler des Kühlschranks eingestellt. Am Thermostat wurde nichts verändert oder überbrückt.

Zusätzlich liegt ein digitales Thermometer im Kühlschrank. Das hat sich als sinnvoll erwiesen, weil es direkt vor der hinteren Kühlplatte bei meinem Gerät teilweise so kalt wird, dass Lebensmittel dort sogar leicht anfrieren können.

Während der Kompressor läuft, nimmt mein Kühlschrank ungefähr 42 Watt auf. Beim Anlaufen des Kompressors kann kurzfristig deutlich mehr Leistung benötigt werden. Deshalb muss ein Wechselrichter nicht allein nach dem normalen Dauerverbrauch des Kühlschranks ausgewählt werden.

Zwei Jahre Fahrbetrieb haben bisher keine Probleme verursacht

Ein Haushaltskühlschrank wird nicht speziell für den Einsatz in einem fahrenden Wohnwagen konstruiert. Genau deshalb war für mich interessant, wie er mit den Erschütterungen im Fahrbetrieb zurechtkommt.

Nach rund zwei Jahren Nutzung kann ich für mein Gerät sagen: Bislang funktioniert es problemlos.

Das ist allerdings meine persönliche Erfahrung und keine Aussage darüber, dass jedes Haushaltsgerät für jeden Wohnwagen geeignet ist.

Der Kühlschrank muss während der Fahrt sicher befestigt sein. Auch die Tür benötigt eine zuverlässige Sicherung.

Ebenso wichtig ist die Wärmeabfuhr. Bei meinem Modell wird Wärme über die Seitenwände abgegeben, weshalb dort ausreichend Luft bleiben muss. Andere Kühlschränke besitzen rückseitig einen Kondensator beziehungsweise Kühlrippen. In jedem Fall müssen die Einbauhinweise des jeweiligen Herstellers beachtet werden.

Der Kühlschrank läuft auch ohne Landstrom

Der interessante Teil meiner Anlage beginnt hinter der Steckdose.

Als Hauptspeicher dient eine LiFePO₄-Batterie mit einer Größenordnung von etwa einer Kilowattstunde. Viele Verbraucher im Wohnwagen, insbesondere die Beleuchtung, bleiben direkt auf 12 Volt.

Für 230-V-Geräte übernimmt ein reiner Sinus-Wechselrichter die Versorgung.

Damit kann der Kühlschrank auch auf Stellplätzen weiterlaufen, auf denen kein Landstrom vorhanden ist.

Drei Solarmodule liefern zusammen 300 Wp

Auf dem Dach meines Wohnwagens liegen drei flexible Solarmodule mit jeweils 100 Watt. Installiert sind damit insgesamt 300 Wp.

Die Module liegen flach auf dem Dach. In meiner Anlage habe ich deshalb in der Praxis bislang maximal ungefähr 170 Watt Solarleistung gesehen. Das ist kein garantierter allgemeiner Wert. Solarertrag hängt unter anderem von Sonnenstand, Temperatur, Verschattung, Ausrichtung und den verwendeten Modulen ab.

Geladen wird über einen Victron SmartSolar MPPT 100/15.

Victron nennt für diesen Regler bei einem 12-Volt-System einen maximalen Batterieladestrom von 15 Ampere und eine nominale PV-Leistung von 220 Watt. Außerdem nennt der Hersteller maximal 100 Volt PV-Leerlaufspannung und 15 Ampere maximalen PV-Kurzschlussstrom.

Die 300 Wp auf meinem Dach bedeuten deshalb nicht, dass 300 Watt in die Batterie geladen werden. Bei mir liegt die tatsächlich beobachtete Spitzenleistung ohnehin deutlich darunter. Sollte auf der Modulseite mehr Leistung zur Verfügung stehen, begrenzt der Regler seinen Ausgang entsprechend seiner technischen Grenzen.

Die konkrete Kombination beschreibt meine bestehende Anlage. Sie ist keine pauschale Empfehlung, 300-Wp-Solaranlagen grundsätzlich mit einem MPPT 100/15 aufzubauen.

Warum ich heute einen 1.500-Watt-Wechselrichter einsetzen würde

Für den Kühlschrank allein wäre ein riesiger Wechselrichter unnötig. In meinem Wohnwagen gibt es aber auch Verbraucher, die kurzfristig sehr viel mehr Leistung benötigen.

Ein gutes Beispiel ist meine De’Longhi Nespresso Lattissima+. Beim Aufheizen liegt die Leistungsaufnahme in einer völlig anderen Größenordnung als beim Kühlschrank.

Das zeigt einen wichtigen Unterschied:

Der Kühlschrank benötigt relativ wenig Leistung über einen längeren Zeitraum. Eine Kaffeemaschine benötigt dagegen für kurze Zeit sehr viel Leistung.

Bei einem Neuaufbau würde ich deshalb heute einen reinen Sinus-Wechselrichter mit etwa 1.500 Watt Dauerleistung und entsprechender Spitzenleistung wählen.

Auf der 12-Volt-Seite entstehen dabei allerdings erhebliche Ströme. Rein rechnerisch entsprechen 1.500 Watt bei 12 Volt bereits 125 Ampere. Durch die Verluste des Wechselrichters kann der tatsächliche Batteriestrom noch höher sein.

Genau deshalb gehören Wechselrichter möglichst nah an die Batterie. Leitungen, Anschlüsse, Sicherungen und weitere Schutzmaßnahmen müssen passend zur konkreten Anlage dimensioniert werden.

Dieser Artikel nennt bewusst keine Kabelquerschnitte oder Sicherungsgrößen, weil diese nicht pauschal auf einen anderen Wohnwagen übertragen werden können.

Landstrom und Wechselrichter werden automatisch umgeschaltet

Zu meiner Anlage gehört außerdem ein automatischer Netzvorrangschalter.

Steht Landstrom zur Verfügung, wird die dafür vorgesehene 230-V-Versorgung darüber betrieben. Ohne Landstrom können die vorgesehenen Verbraucher über Batterie und Wechselrichter versorgt werden.

Parallel kann ein separates 230-V-Ladegerät bei vorhandenem Landstrom die LiFePO₄-Batterie wieder laden.

Mein vorhandenes Umschaltmodul ist mit maximal 10 Ampere angegeben. Bei 230 Volt entsprechen 10 Ampere rechnerisch etwa 2.300 Watt.

Das bedeutet nicht, dass dieser Wert als Ziel für einen dauerhaften Betrieb mehrerer starker Verbraucher verstanden werden sollte.

Große Verbraucher wie Elektrogrill, Heizlüfter oder Klimaanlage ziehen sehr viel Strom. Wenn mehrere davon gleichzeitig laufen, kann der vorhandene Stromkreis schnell überlastet werden. Deshalb sollten solche Geräte nicht einfach über den kleinen Netzvorrangschalter oder den Wechselrichter laufen. Eine sinnvolle Lösung kann sein, dafür eine eigene 230-V-Steckdose vorzusehen, die bei vorhandenem Landstrom direkt über den Campingplatzanschluss versorgt wird. Auch dabei müssen die zulässige Absicherung des Stellplatzes und die elektrische Installation im Wohnwagen beachtet werden.

12 Volt bleiben für viele Verbraucher die bessere Lösung

Dass ein Wechselrichter vorhanden ist, bedeutet bei mir nicht, dass der komplette Wohnwagen unnötig über 230 Volt betrieben wird.

Beleuchtung und andere geeignete Geräte laufen weiterhin direkt über die 12-Volt-Anlage. Dafür gibt es eine eigene abgesicherte Verteilung.

Der Wechselrichter kann dadurch ausgeschaltet bleiben, wenn keine 230-V-Verbraucher benötigt werden. Das vermeidet unnötigen Eigenverbrauch.

Für die 12-V-Gleichspannungsanlage im Wohnbereich von Caravans enthält die DIN EN 1648-1 spezielle sicherheitstechnische und funktionelle Anforderungen.

Eine Powerstation dient zusätzlich als Reserve

Neben der fest eingebauten Batterie habe ich noch eine Powerstation mit 1.024 Wh Kapazität.

Sie ist nicht meine normale Stromversorgung, sondern eine zusätzliche Energiereserve.

Damit stehen nominell grob zwei Kilowattstunden Speicherkapazität aus fest eingebauter Batterie und mobiler Powerstation zur Verfügung. Die tatsächlich nutzbare Energiemenge auf der 230-V-Seite fällt durch Wandlungsverluste und Reserven geringer aus.

Ein großer Vorteil der Powerstation ist ihre Mobilität. Wenn mehrere Tage kaum Solarleistung vorhanden ist, kann ich sie mitnehmen, an einer verfügbaren 230-V-Steckdose schnell aufladen und anschließend wieder zum Wohnwagen zurückbringen.

Energie lässt sich damit praktisch zum Stellplatz transportieren.

Bei meinem Konzept kann die Powerstation bei Bedarf auch die Wohnwagenversorgung über den vorgesehenen externen 230-V-Eingang übernehmen.

Hier ist allerdings besondere Vorsicht erforderlich: Eine Powerstation ist elektrisch nicht automatisch mit einem normalen Campingplatzanschluss identisch. Ausgangsschaltung, Schutzleiter, Fehlerstromschutz und die Herstellerangaben der beteiligten Geräte müssen zum jeweiligen Anschlusskonzept passen.

Das ist ausdrücklich kein Bereich für improvisierte Adapter oder selbst gebaute Anschlusslösungen.

CampSecure Kühlschrank

Powerstation statt kompletter Elektroinstallation?

Wer überhaupt keine aufwendige feste Anlage mit großer Batterie, Wechselrichter und Ladeelektronik aufbauen möchte, hat heute noch eine andere Möglichkeit.

Eine ausreichend dimensionierte Powerstation kombiniert Batterie, Wechselrichter, Ladegerät, Elektronik und verschiedene Schutzfunktionen bereits in einem Gerät.

Für einen kleinen 230-V-Kühlschrank kann das eine deutlich einfachere Lösung sein. Gerade Geräte mit LiFePO₄-Batterie, ungefähr einer Kilowattstunde Speicher, ausreichend starker 230-V-Ausgangsleistung und Solaranschluss sind dafür grundsätzlich interessant.

Welche Leistung erforderlich ist, hängt wiederum von den tatsächlich angeschlossenen Verbrauchern ab.

Mein 230-V-Kühlschrank bleibt drin

Nach rund zwei Jahren sehe ich für mich keinen Grund, den normalen Haushaltskühlschrank wieder auszubauen.

Er bietet viel Kühlraum, benötigt während des Kompressorbetriebs bei meinem Gerät ungefähr 42 Watt und funktioniert bislang auch mit dem Fahrbetrieb des Wohnwagens problemlos.

Der entscheidende Punkt ist allerdings das System dahinter.

Ein 230-V-Kühlschrank allein macht einen Wohnwagen nicht autark. Bei mir funktioniert das Zusammenspiel aus LiFePO₄-Batterie, drei 100-Watt-Solarmodulen, MPPT-Laderegler, Wechselrichter, Landstromversorgung, 12-V-Verteilung und zusätzlicher Powerstation.

Wer eine vergleichbare Lösung plant, sollte deshalb nicht einfach einzelne Komponenten kopieren, sondern die komplette elektrische Anlage betrachten.

Sicherheitshinweis

Dieser Beitrag ist ein persönlicher Praxis- und Erfahrungsbericht. Er ist keine Bau-, Verdrahtungs-, Installations- oder Dimensionierungsanleitung und ersetzt keine elektrische Planung oder Prüfung.

Für elektrische Anlagen in Caravans und Motorcaravans gelten besondere technische Anforderungen. Die DIN VDE 0100-721 erfasst die elektrische Anlage von Caravans und Motorcaravans sowie deren Anschlussleitungen zur Stellplatz-Stromversorgung.

Arbeiten an 230-Volt-Anlagen können lebensgefährlich sein. Auch bei 12-Volt-Systemen können leistungsfähige Batterien und Wechselrichter Ströme von weit über 100 Ampere verursachen. Fehlerhafte Leitungen, Anschlüsse, Sicherungen oder Schutzmaßnahmen können zu Überhitzung und Brand führen.

Die genannten Leistungswerte und Komponenten beschreiben meine konkrete Anlage. Sie dürfen nicht ungeprüft auf ein anderes Fahrzeug übertragen werden.

Arbeiten und Änderungen an der elektrischen Anlage sollten entsprechend den geltenden technischen Regeln erfolgen und insbesondere im 230-Volt-Bereich von einer dafür qualifizierten Elektrofachkraft ausgeführt beziehungsweise geprüft werden.