Camping & Reisen Ratgeber

Campingboom in Deutschland: Mehr Wohnwagen, mehr Wohnmobile und immer mehr Campingplätze

Gut besuchter Campingplatz in Deutschland mit Wohnwagen, Wohnmobilen und Campingbussen auf gepflegten Stellplätzen. KI-generiert

Deutschland bleibt ein Land der Camper. Mehr als 1,8 Millionen Wohnwagen und Wohnmobile sind inzwischen zugelassen. Die Campingplätze verzeichneten 2025 mit 44,7 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Gleichzeitig wächst auch das Angebot an touristischen Stellplätzen.

Trotz rückläufiger Neuzulassungen in einzelnen Fahrzeugsegmenten bleibt die Nachfrage nach Campingurlaub hoch. Der Markt verändert sich allerdings: Neben klassischen Wohnwagen und Wohnmobilen gewinnen kompakte Campingbusse, private Stellplatzangebote und komfortable Mietunterkünfte an Bedeutung.

Doch wie viele Campingplätze gibt es inzwischen tatsächlich? Reicht das Angebot für die wachsende Zahl an Freizeitfahrzeugen? Und verdrängen Mobilheime und Tiny Houses wirklich die klassischen Stellplätze?

Die aktuellen Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild.

Mehr als 1,8 Millionen Wohnwagen und Wohnmobile in Deutschland

Der Bestand an Freizeitfahrzeugen ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen.

Nach Angaben des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) waren 2025 mehr als 1,8 Millionen Wohnwagen und Reisemobile in Deutschland zugelassen.

Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung. Denn noch vor wenigen Jahren war die Zahl der Fahrzeuge deutlich geringer.

Besonders stark ist der Bestand an Wohnmobilen gewachsen. Viele Menschen haben während und nach der Corona-Pandemie das individuelle Reisen für sich entdeckt.

Aber auch klassische Wohnwagen bleiben gefragt. Sie ermöglichen es, den Wohnwagen am Urlaubsort abzustellen und mit dem Zugfahrzeug unabhängig unterwegs zu sein.

Campingbusse wie der VW California, Mercedes Marco Polo oder ausgebaute Transporter ergänzen das Angebot.

Damit ist die Zahl der Menschen, die mit einem eigenen Campingfahrzeug reisen können, langfristig erheblich gestiegen.

2025 wurden über 94.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt 94.134 neue Wohnwagen und Wohnmobile zugelassen.

Dabei entwickelten sich die beiden Fahrzeuggruppen unterschiedlich.

Die Wohnmobile erreichten 75.368 Neuzulassungen. Das waren knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei den Wohnwagen wurden dagegen 18.766 Neuzulassungen registriert. Hier gab es einen Rückgang von 13,4 Prozent.

Insgesamt lag der Markt damit 2,3 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Das bedeutet allerdings nicht, dass weniger Campingfahrzeuge unterwegs sind.

Neuzulassungen beschreiben lediglich den Verkauf beziehungsweise die erstmalige Zulassung neuer Fahrzeuge. Für die tatsächliche Zahl der vorhandenen Wohnwagen und Wohnmobile ist der gesamte Fahrzeugbestand entscheidend.

Und dieser ist langfristig deutlich gewachsen.

Auch gebrauchte Wohnwagen und Wohnmobile sind gefragt

Ein weiterer interessanter Indikator ist der Gebrauchtfahrzeugmarkt.

Im Jahr 2025 wechselten insgesamt 192.239 gebrauchte Freizeitfahrzeuge den Besitzer.

Davon entfielen 111.034 auf Wohnmobile und 81.205 auf Wohnwagen.

Damit erreichte der Gebrauchtfahrzeugmarkt einen neuen Höchststand.

Gerade gebrauchte Fahrzeuge ermöglichen vielen Menschen den Einstieg in den Campingurlaub, ohne sofort ein neues Wohnmobil oder einen neuen Wohnwagen kaufen zu müssen.

Besitzumschreibungen erhöhen zwar nicht die Gesamtzahl der Fahrzeuge, zeigen aber, wie aktiv der Markt weiterhin ist.

Campingplätze erreichen neuen Übernachtungsrekord

Auch auf den deutschen Campingplätzen zeigt sich die anhaltend hohe Nachfrage.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 insgesamt 44,7 Millionen Campingübernachtungen registriert.

Das entspricht einem Wachstum von 4,2 Prozent gegenüber 2024.

Im Vergleich zum Jahr 2019, also vor der Corona-Pandemie, stieg die Zahl sogar um 24,9 Prozent.

Noch deutlicher wird die Entwicklung beim langfristigen Vergleich.

Im Jahr 2005 wurden auf deutschen Campingplätzen 21,7 Millionen Übernachtungen gezählt.

Zwanzig Jahre später waren es mehr als doppelt so viele.

Damit gehört Camping zu den langfristig besonders stark gewachsenen Bereichen des deutschen Tourismus.

Rund neun Prozent aller touristischen Gästeübernachtungen in Deutschland entfielen 2025 auf Campingplätze.

Besonders beliebt sind Nordsee, Ostsee und Süddeutschland

Zu den meistbesuchten Campingregionen gehörten 2025 erneut die schleswig-holsteinische Ostsee, der Schwarzwald und die niedersächsische Nordseeküste.

Auch das Allgäu und die Bodenseeregion erfreuten sich großer Beliebtheit.

Das Interesse ausländischer Campinggäste konzentrierte sich besonders auf den Schwarzwald, die Moselregion und die Eifel.

Gerade in beliebten Ferienregionen kann es deshalb während der Hauptsaison schwierig werden, kurzfristig einen freien Stellplatz zu finden.

Ein bundesweiter Campingboom bedeutet schließlich nicht, dass jederzeit und überall ausreichend freie Plätze vorhanden sind.

Gibt es wirklich immer mehr Campingplätze?

Ja. Die amtlichen Zahlen bestätigen eine langfristige Zunahme.

Für die Jahre 2023 bis 2025 lässt sich die Entwicklung anhand der Daten des Statistischen Bundesamtes nachvollziehen.

Jahr Geöffnete Campingplätze Angebotene touristische Stellplätze
2023 3.124 231.520
2024 3.143 233.570
2025 3.157 235.661

Die Werte ergeben sich aus den veröffentlichten Länderzahlen der amtlichen Tourismusstatistik.

Zwischen 2023 und 2025 kamen demnach 33 Campingplätze und 4.141 angebotene touristische Stellplätze hinzu.

Das ist kein explosionsartiges Wachstum, aber eine kontinuierliche Zunahme.

Wichtig ist dabei die statistische Abgrenzung: Erfasst werden die entsprechenden touristischen Campingangebote der amtlichen Erhebung. Kleinere Betriebe und reine Wohnmobilstellplätze außerhalb dieser Erfassung sind darin nicht vollständig enthalten.

Auch Dauerstellplätze werden nicht in gleicher Weise abgebildet.

Trotzdem widerlegen die Zahlen die pauschale Behauptung, dass Campingstellplätze in Deutschland immer weniger werden.

Mobilheime und Tiny Houses ergänzen das Angebot

Auf zahlreichen Campingplätzen hat sich das Erscheinungsbild in den vergangenen Jahren verändert.

Neben klassischen Stellplätzen stehen heute häufig moderne Mobilheime, Tiny Houses, Chalets oder Glamping-Unterkünfte.

Diese Angebote richten sich vor allem an Urlauber, die Campingatmosphäre genießen möchten, aber keinen eigenen Wohnwagen oder kein eigenes Wohnmobil besitzen.

Eine ADAC-Untersuchung aus dem Jahr 2026 zeigt, dass das Interesse an solchen Mietunterkünften zunimmt.

Während 28 Prozent der befragten Camper bei bisherigen Reisen entsprechende Unterkünfte genutzt hatten, planten 38 Prozent eine solche Unterkunft für zukünftige Reisen.

Das zeigt eine veränderte Nachfrage, beweist aber noch keinen entsprechenden Anstieg tatsächlicher Buchungen.

Werden dafür Wohnwagenstellplätze abgeschafft?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten.

Einzelne Campingplätze können vorhandene Stellflächen in Mietunterkünfte umwandeln. Andere erweitern ihr Gelände oder schaffen zusätzliche Angebote.

Entscheidend ist die Entwicklung des jeweiligen Betriebs.

Bundesweit gibt es bislang keinen belastbaren Nachweis dafür, dass Mobilheime und Tiny Houses klassische touristische Stellplätze in großem Umfang verdrängen.

Im Gegenteil: Die amtlichen Zahlen zeigen, dass die Gesamtzahl der erfassten touristischen Stellplätze zuletzt gestiegen ist.

Allerdings lässt sich daraus nicht ableiten, dass es auf jedem einzelnen Campingplatz mehr Stellflächen gibt.

Sind Mobilheime für Campingplatzbetreiber wirklich rentabler?

Auf den ersten Blick können Mobilheime wirtschaftlich attraktiv erscheinen.

Die Übernachtungspreise liegen häufig deutlich über denen eines einfachen Wohnwagenstellplatzes.

Dafür müssen Betreiber allerdings erheblich mehr investieren.

Ein Mobilheim benötigt nicht nur einen geeigneten Standort, sondern auch eine komplette Einrichtung, technische Anschlüsse und regelmäßige Instandhaltung.

Hinzu kommen Reinigungskosten, Reparaturen und gegebenenfalls höhere Finanzierungskosten.

Ein klassischer Stellplatz verursacht dagegen meist geringere Investitions- und Betriebskosten.

Ob Mobilheime tatsächlich rentabler sind, hängt deshalb von mehreren Faktoren ab:

  • Anschaffungskosten und Finanzierung
  • Auslastung während der Saison
  • Übernachtungspreisen
  • Reinigungs- und Instandhaltungskosten
  • Nutzungsdauer der Unterkunft
  • Verfügbarer Fläche und Genehmigungssituation

Ein Mobilheim kann einen höheren Umsatz erzielen, ohne automatisch einen höheren Gewinn zu erwirtschaften.

Deshalb wäre es falsch, aus den höheren Mietpreisen unmittelbar abzuleiten, dass Campingplatzbetreiber klassische Stellplätze wirtschaftlich besser durch Mobilheime ersetzen sollten.

Klassische Wohnwagen bleiben ein wichtiger Teil des Campingmarktes

Gerade beim Wohnwagen zeigt sich, dass klassische Campingformen weiterhin ihre Berechtigung haben.

Ein Wohnwagen lässt sich für längere Aufenthalte auf einem Campingplatz abstellen. Das Zugfahrzeug bleibt für Ausflüge, Einkäufe und Besichtigungen verfügbar.

Für Familien oder Camper, die mehrere Wochen an einem Urlaubsort verbringen möchten, ist das ein praktischer Vorteil.

Hinzu kommt, dass viele Wohnwagen über Jahrzehnte genutzt werden.

Das unterscheidet den Fahrzeugbestand deutlich vom jährlichen Neuwagenmarkt.

Auch bei rückläufigen Neuzulassungen bleiben die vorhandenen Wohnwagen weiterhin Teil der Campingnachfrage.

Für Campingplatzbetreiber sind deshalb Stellflächen für Gespanne unverändert relevant.

Besonders wichtig sind dabei ausreichend große Parzellen, gute Rangiermöglichkeiten und eine passende Infrastruktur.

Wohnmobilstellplätze entwickeln sich zu einem eigenen Markt

Bei Wohnmobilen sieht die Situation teilweise anders aus.

Viele Wohnmobilfahrer benötigen nicht unbedingt einen vollständig ausgestatteten Campingplatz.

Für eine oder zwei Übernachtungen genügt häufig ein einfacher Stellplatz mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten.

Deshalb haben sich kommunale und private Wohnmobilstellplätze als eigenständiges Angebot etabliert.

Auch kleinere Stellflächen auf Bauernhöfen, bei Weingütern oder anderen privaten Anbietern werden zunehmend genutzt.

Nach der ADAC-Camper-Studie 2026 hatten bereits 29 Prozent der Befragten Erfahrungen mit sogenanntem Microcamping gesammelt.

Solche Angebote können die klassischen Campingplätze ergänzen.

Für Wohnwagen sind sie allerdings nicht immer geeignet. Manche Stellplätze erlauben ausschließlich Wohnmobile oder verfügen nicht über ausreichend Platz für Gespanne.

Wer mit einem Wohnwagen reist, sollte deshalb besonders auf die jeweiligen Stellplatzbedingungen achten.

Camping wird allerdings auch teurer

Während die Nachfrage steigt, haben sich auch die Übernachtungspreise verändert.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren Campingplatzgebühren im Jahr 2025 durchschnittlich 28,7 Prozent höher als 2020.

Übernachtungen auf Wohnmobilstellplätzen verteuerten sich im gleichen Zeitraum sogar um 32,2 Prozent.

Zum Vergleich: Die allgemeinen Verbraucherpreise stiegen in diesen fünf Jahren um 21,9 Prozent.

Camping bleibt damit zwar eine flexible Urlaubsform, ist aber nicht automatisch günstig.

Besonders Familien mit Wohnwagen müssen neben den Campingplatzgebühren auch die Kosten für das Zugfahrzeug, Kraftstoff, Versicherungen und Wartung berücksichtigen.

Bei Wohnmobilen kommen Anschaffung, Unterhalt und gegebenenfalls zusätzliche Kosten für ein Alltagsfahrzeug hinzu.

Die tatsächlichen Urlaubskosten hängen deshalb stark davon ab, wie häufig und wie lange das Campingfahrzeug genutzt wird.

Erste Bremsspuren im Jahr 2026

Trotz der positiven langfristigen Entwicklung gibt es auch Anzeichen für eine Normalisierung.

Der Bundesverband der Campingwirtschaft berichtete für das erste Halbjahr 2026 von leicht rückläufigen Gäste- und Übernachtungszahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Einzelne Monate entwickelten sich dabei sehr unterschiedlich.

Das zeigt, dass der Campingmarkt nicht jedes Jahr automatisch neue Rekorde erreichen muss.

Wetter, Ferienzeiten, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und das Reiseverhalten beeinflussen die Ergebnisse.

Ein schwächeres Halbjahr bedeutet allerdings noch keinen dauerhaften Rückgang der Campingnachfrage.

Die endgültige Jahresbilanz 2026 bleibt abzuwarten.

Fazit: Camping wächst, aber der Markt verändert sich

Die aktuellen Zahlen sprechen eine klare Sprache.

Deutschland verfügt über einen historisch hohen Bestand an Wohnwagen und Wohnmobilen. Die Campingübernachtungen erreichten 2025 einen neuen Rekord. Gleichzeitig ist auch das Angebot an touristischen Campingstellplätzen gewachsen.

Ein bundesweites Verschwinden klassischer Stellflächen lässt sich daraus nicht ableiten.

Mobilheime, Tiny Houses und Glamping-Unterkünfte erweitern vielmehr das Angebot der Campingbranche.

Ob diese Entwicklung auf einzelnen Campingplätzen zulasten bestehender Wohnwagenstellplätze geht, muss jeweils gesondert betrachtet werden.

Für die Zukunft wird entscheidend sein, dass Campingplätze die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Gäste berücksichtigen.

Wohnwagenfahrer benötigen geeignete Parzellen für längere Aufenthalte. Wohnmobilfahrer wünschen sich flexible Übernachtungsmöglichkeiten. Andere Urlauber bevorzugen komfortable Mietunterkünfte.

Der Campingmarkt wird dadurch vielfältiger.

Und eines zeigen die Zahlen besonders deutlich: Der klassische Campingurlaub mit dem eigenen Wohnwagen oder Wohnmobil ist längst kein Auslaufmodell.

Quellen: Statistisches Bundesamt, Campingrekord 2025, 30. März 2026; Destatis GENESIS, Campingplätze und Stellplätze bis 2025; CIVD, Jahresbilanz 2025, 19. Januar 2026; CIVD, Neuzulassungen und Fahrzeugbestand, Stand 2025; BVCD, Zahlen und Fakten zur Campingwirtschaft, 2026; ADAC, Campingstudie 2026, August 2026.

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